ESG - Einscheiben Sicherheits Glas

zerstörtes Einscheiben-Sicherheitsglas
zerstörtes Einscheiben-Sicherheitsglas

Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG)

 

Eigenschaften:

 besteht aus einer Glasscheibe und bietet eine erhöhte Beständigkeit gegen Temperaturwechsel sowie eine hohe Biege-, Schlag- und Stoßfestigkeit. Im Bruchfall zerfällt ESG in kleine, lose zusammenhängende Bruchstücke und weist dadurch eine geringe Verletzungsgefahr auf.

 

Verwendung:

 

Es wird beispielsweise für Seiten- u. Heckscheiben von Fahrzeugen, Glasduschen, Innentüren und Glaswände eingesetzt.

 

Information:

 Es kommt auch, teilweise kombiniert mit Floatglas oder Teilvorgespanntem Glas (TVG), bei der Herstellung von Verbund-Sicherheitsglas zum Einsatz. ESG ist optisch ohne Hilfsmittel nicht von normalem, nicht vorgespanntem Glas zu unterscheiden, trägt aber im Regelfall in einer Ecke einen Stempel mit dem Aufdruck "ESG". Mit Polarisator und Analysator ist in der Durchsicht ein annähernd regelmäßiges Muster vom Abschrecken zu sehen.

Die erhöhten Festigkeiten entstehen durch den Vorspannprozess. Dabei wird Floatglas im Vorspannofen unter ständiger Bewegung auf knapp 620 °C erhitzt und anschließend mit kalter Luft abgeschreckt. Beim Abkühlen erkalten die Oberflächen schneller als die Kernzone, wodurch sich im Glas Zonen unterschiedlicher Spannung ausbilden, die dem Glas seine charakteristischen Eigenschaften verleihen.

Einscheiben-Sicherheitsglas wurde um das Jahr 1933 durch die Glaswerke Herzogenrath bei Aachen unter dem Namen Sekurit vorgestellt.

In seltenen Fällen kann es durch Nickelsulfid einschlüsse zum Spontanbruch bei ESG kommen. Durch einen sog. Heatsoaktest (Heisslagerungstest) kann dies weitgehend verhindert werden. Das bereits vorgespannte ESG wird dabei auf 280°C aufgeheizt und diese Temperatur für mindestens 4 Stunden gehalten. Dieses Glas trägt dann die Bezeichnung ESG-H.